Verdauungssystem

Der Vorfahr unserer Pferde, das fuchsgroße Urpferd Eohippus, lebte vor über 60 Millionen Jahren in dichten Wäldern und ernährte sich vorwiegend vom frischen Laub der Bäume und Sträucher. Erst nach dem Klimawandel wurde das Pferd zum Steppentier und ernährte sich vorwiegend von Gras, welches im Vergleich mit den Blättern der Bäume nahrungsarm ist. Um dieses Nährstoffdefizit auszugleichen, verbrachten die Pferde den großen Teil des Tages und einige Stunden in der Nacht mit Fressen. Der Verdauungsprozess hat sich im Laufe der Evolution auf diese kontinuierliche Futteraufnahme eingestellt und eine artgerechte Fütterung der Pferde soll die ererbte Fressgewohnheit respektieren.

Basisfutter für Pferde ist eindeutig pferdegeeignetes, angemessen stängeliges Heu. Bei der täglich gefressenen Menge Heu kann es sich je nach der Größe des Pferdes um bis zu 15 kg handeln. Mangelhafte Heufütterung sowie zu lange Leerpausen sind eine der häufigsten Ursachen für wiederkehrende Koliken und Verdauungsprobleme der Pferde.

Heulage und Silage sind keine geeigneten Futter für Pferde, da in Silage oder Heulage enthaltene Milchsäurebakterien die wichtige Darmflora des Dickdarms verdrängen. Damit werden das Verdauungs- sowie das Immunsystem beeinträchtigt – Verdauungsprobleme sind vorprogrammiert.

Pferde mit beschädigter Darmflora weisen eine Vielzahl von Symptomen auf, die auf eine mangelhafte Versorgung mit Spurenelementen, Mineralien und weiteren Vitalstoffen hindeuten. Die Realität aber ist, dass keine zusätzliche Zufuhr dieser Stoffe die Gesundheit des betroffenen Pferdes auf Dauer wesentlich verbessern kann.

Die Wurzel des Problems liegt oft in der Unfähigkeit der Darmflora, einen lebenswichtigen Stoff, das aktive Vitamin B6, zu produzieren. Die Folgen sind recht schwerwiegend. Beim Mangel von aktivem Vitamin B6 kann die Leber nämlich ihre Entgiftungsaufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen. Die Leber versucht zwar, die im Blut zu ihr wiederkehrenden Toxine zu zerspalten, um sie endlich unschädlich zu machen – aber nur mit begrenztem Erfolg. Die Leber und Niere werden überlastet, andere Organe versuchen die Entgiftungsfunktion der Leber und Niere zu übernehmen, was zur Erscheinung von zahlreichen Hautirritationen, Ausschlägen und Ekzemen sowie zu Atemwegssymptomen führen kann. Das Pferd kann so an einer ganzen Vielzahl gesundheitlicher Probleme leiden, die darüber hinaus therapieresistent sind.

Als präventive bzw. korrektive Maßnahme, neben der tierärztlichen Behandlung des kranken Pferdes, müssen das Futter optimiert, der Darm saniert sowie Leber und Niere unterstützt werden.

Unsere Tipps:
• Streichen Sie Heulage bzw. Silage aus dem Futterplan Ihres Pferdes.

• Unterstützen Sie die Leber und Niere mit der Mariendistel, Maralpflanze bzw. anderen bewährten Kräutern.

• Meiden Sie „Struktur“ in Mischfuttern. Grüne Stängel werden Müslis zugesetzt, um die Fresszeit zu verlängern. Die gehäckselten Luzernestängel werden aber häufig unzerkaut abgeschluckt, was zu einer Fehlgärung im Dickdarm des Pferdes führen kann und somit die Darmflora weiter geschädigt.

• Unterstützen Sie den Aufbau der Schleimhäute des Verdauungstrakts und fördern Sie gesunde Verdauungsprozesse Ihres Pferdes, indem Sie Esparsette-Cobs verfüttern anstatt „Struktur“.